#Zehnfragen an Franziska Bulban

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„Im Vergleich zu PR-Beratern gibt es zu wenige Journalisten“

Franziska Bulban, 28, ist freie Journalistin in Hamburg und schreibt regelmäßig für die Zeit. (Foto: privat)

1. In welchem Alter warst Du erstmals davon überzeugt, als Journalistin Dein Geld verdienen zu können und was gab Dir die Sicherheit?

Etwa seit ich 26 bin. Seither fahre ich zu oft Taxi, als dass es mir ernsthaft wirtschaftlich schlecht gehen könnte. Ich weiß allerdings weder, ob das ein sinnvoller Indikator ist noch ob das in Zukunft so bleibt.

2. Gibt es in Deutschland eher zu viele oder zu wenige Journalisten?

Im Vergleich zur Masse an PR-Beratern / Werbern / Wortverdrehern – zu wenige. Da geht es ums Kräfteverhältnis. Das gilt natürlich nur, wenn man den Beruf Journalist ernst nimmt.

3. Was ist, in einem Wort, die Aufgabe eines Journalisten?

Augenöffnen (Meine neue Rechtschreibung).

4. Was ist, in wenigen Worten, das Problem am Zeitungssterben?

Siehe Antwort 2: Das Kräfteverhältnis. Wer wird von wem bezahlt fürs Recherchieren, Schreiben, Denken? Je weniger richtige potentielle Arbeitgeber, desto weniger echte Journalisten.

5. Was ist, in einem Satz, das Problem an Zeitungen?

Egal, was in der Welt passiert; Umfang, Ressorts und „Mischung“ bleiben gleich.

6. Isst Du oft in einer Kantine und wenn ja, welches Gefühl hast Du dabei?

Selten. Aber dann ist es ein bisschen wie Landschulheim. Es kommt immer drauf an, bei wem man sitzt.

7. Hattest Du schon mal Angst bei der Ausübung Deines Beruf und wenn ja, warum?

Ständig. Vor Verrat am Protagonisten, am Leser und an mir.

8. Ist es ein Problem, dass vor allem Kinder der Mittelschicht den Beruf des Journalisten ergreifen?

Ja. Zumindest so lange die Mittelschicht so homogen ist.

9. Was sagst Du in der Regel, wenn Du Deinem Chefredakteur/ Deiner Chefredakteurin auf dem Flur begegnest?

Im Flur ist es einfach. Da kriegt jeder ein Hallo. Aber was sagst du im Aufzug?

10. Wenn Du von einem Tag auf den anderen kein Journalist/ keine Journalistin mehr sein könntest, aus welchen Gründen auch immer, was würdest Du tun?

Das Ding mit der Weltherrschaft hatte ich mir ohnehin für später aufgehoben.

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