#Zehnfragen an Laura Himmelreich

Porträt 2013

„Der Berliner Politikbetrieb ist wenig furchteinflößend“

Laura Himmelreich, 29, ist Redakteurin im Hauptstadt-Büro des stern. Im Januar schrieb sie ein Porträt über FDP-Mann Rainer Brüderle, das eine bundesweite Debatte über Sexismus auslöste. (Foto: Enver Hirsch)

1. In welchem Alter warst Du erstmals davon überzeugt, als Journalistin Dein Geld verdienen zu können und was gab Dir die Sicherheit?

Mit 24 an einem sonnigen Septembermorgen im Jahr 2008 als die Zusage für die Henri-Nannen-Journalistenschule in meinem Briefkasten lag.

2. Gibt es in Deutschland eher zu viele oder zu wenige Journalisten?

Auf jeden Fall zu viele, die ängstlich in die Zukunft schauen.

3. Was ist, in einem Wort, die Aufgabe eines Journalisten?

Hingucken.

4. Was ist, in wenigen Worten, das Problem am Zeitungssterben?

Es ist immer ein Problem, wenn Menschen ihren Job verlieren und damit Familien ihren Lebensunterhalt. Aber das Ende vieler Zeitungen, so traurig es ist, ist nicht das Ende des guten Journalismus.

5. Was ist, in einem Satz, das Problem an Zeitungen?

Dass darin zum einen zu viel steht, was den Leser nicht interessiert oder was er schon im Netz gelesen hat und er viele großformatige Seiten umblättern muss, bis er etwas findet, was er lesen will.

6. Isst Du oft in einer Kantine und wenn ja, welches Gefühl hast Du dabei?

Ich wünschte, wir hätten hier in unserem Berliner Büro eine Kantine. Die Kantine von Gruner + Jahr in Hamburg ist nämlich ausgezeichnet.

7. Hattest Du schon mal Angst bei der Ausübung Deines Beruf und wenn ja, warum?

Nein. Der Berliner Politikbetrieb kann einen zur Verzweiflung bringen, er ist aber wenig furchteinflößend.

8. Ist es ein Problem, dass vor allem Kinder der Mittelschicht den Beruf des Journalisten ergreifen?

Das Problem ist das deutsche Bildungssystem, nicht die Berufswahl der Mittelschichtskinder.

9. Was sagst Du in der Regel, wenn Du Deinem Chefredakteur/ Deiner Chefredakteurin auf dem Flur begegnest?

„Hallo“

10. Wenn Du von einem Tag auf den anderen kein Journalist/ keine Journalistin mehr sein könntest, aus welchen Gründen auch immer, was würdest Du tun?

Ich war gerade auf Sri Lanka im Urlaub und glaube, ich könnte reich werden, wenn ich im großen Stil den Saft der süßen King Coconut exportieren würde. Vielleicht würde ich aber auch einfach wie viele Journalisten vor mir anfangen, Bücher zu schreiben.

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Ein Gedanke zu „#Zehnfragen an Laura Himmelreich

  1. me sagt:

    nett! Aber was die Frage mit den Mittelschichtkindern betrifft:
    Wieso macht man keine Arbeiterkinderquote? Das wäre berechtigter als eine Frauenquote.

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