#Zehnfragen an Florian Zinnecker

zinnecker - Kopie

„Industriekletterer käme eher nicht in Frage“

Florian Zinnecker, 28, ist Kulturredakteur beim Nordbayerischen Kurier in Bayreuth. Vielen Dank Florian für Deine Antworten! (Foto: Eric Waha)

1. In welchem Alter warst Du erstmals davon überzeugt, als Journalist Dein Geld verdienen zu können und was gab Dir die Sicherheit?

Als ich’s zum ersten Mal probiert habe, war ich 19, und ungefähr seit diesem Tag lebe ich auch davon. Seit wann ich nicht mehr aktiv nach einer Alternative suche, weiß ich nicht; ich bin aber manchmal immer noch skeptisch, ob ich dem Braten auf lange Sicht trauen kann. Schön wär’s.

2. Gibt es in Deutschland eher zu viele oder zu wenige Journalisten?

Das soll bitte jemand entscheiden, der nicht Journalist ist.

3. Was ist, in einem Wort, die Aufgabe eines Journalisten?

Aufmerksam machen. Und Regeln hinterfragen.

4. Was ist, in wenigen Worten, das Problem am Zeitungssterben?

Im Moment fürchte ich: Je weniger Zeitungen, desto weniger wirtschaftliche Sicherheit für Journalisten, desto mehr mutlose Journalisten, desto weniger talentierte Leute, die Journalisten werden wollen, desto weniger Journalisten, die können und wissen, was sie tun, desto schlechter und verzichtbarer der Journalismus. Ich hoffe, dass ich mich irre. Ich glaube auf keinen Fall, dass das sog. Ende der Zeitungen das Ende des Journalismus bedeutet, ich fürchte nur, dass die wirklich unverzichtbaren Dinge mit den Modellen und Visionen, die momentan die Zukunft sein sollen, nicht machbar/finanzierbar sind. Aber wie gesagt: Kann auch sein, dass ich mich täusche.

5. Was ist, in einem Satz, das Problem an Zeitungen?

Ein paar der Leute, die sie machen, haben sich zu sehr und ein bisschen zu lange darauf verlassen, dass Zeitungen unverzichtbar sind.

6. Isst Du oft in einer Kantine und wenn ja, welches Gefühl hast Du dabei?

Nein, und ich finde es ziemlich egal.

7. Hattest Du schon mal Angst bei der Ausübung Deines Beruf und wenn ja, warum?

Sorgen natürlich, Angst nicht, zum Glück.

8. Ist es ein Problem, dass vor allem Kinder der Mittelschicht den Beruf des Journalisten ergreifen?

Eher ja als nein, weiß ich aber nicht, ich bin auch eins.

9. Was sagst Du in der Regel, wenn Du Deinem Chefredakteur/ Deiner Chefredakteurin auf dem Flur begegnest?

„Grüßgott.“

10. Wenn Du von einem Tag auf den anderen kein Journalist/ keine Journalistin mehr sein könntest, aus welchen Gründen auch immer, was würdest Du tun?

Das käme auf die Gründe an. Steuerberater, Pfarrer oder Industriekletterer kämen eher nicht in Frage.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s